2.1    Sri Aurobindo und Mirra Alfassa
         
Zur Person – Ihre Ziele – Ihre Lehre

Sri Aurobindo: Ob als Dichter, Yogi oder als Prophet einer kommenden Evolution - Sri Aurobindo wird auf diesen Gebieten von vielen Menschen als deren größter Vertreter in der modernen Zeit angesehen. Er ist, wie Die Mutter, ein "Avatar", d.h. ein Mensch, dem sich das göttliche Bewusstsein spontan auch auf den höchsten Ebenen offenbarte, um so über bevorstehende Veränderungen zu informieren und zur Mitarbeit anzuregen.

Sein äußeres Leben, von dem Sri Aurobindo sagte, es sage nichts über seine Avatarschaft aus: Er wurde am 15. August 1872 in Kalkutta geboren. Sein Vater schickte ihn mit sieben Jahren (1879) nach England zur Schule. Dort schloss er 1892 das Studium im King´s College (Cambridge) ab. Während seiner Studienzeit lernte er mehrere Sprachen, unter anderem Latein, Griechisch, Französisch und Deutsch, um alle philosophischen Werke des Westens im Original lesen zu können.

Anfang1893 kehrte er nach Indien zurück und nahm einen Posten in der Verwaltung des Fürstentums Buroda an. 1906 begann er mit der Herausgabe des Journals „Bande Mataran“, das die Menschen – mit großem Erfolg - zum Widerstand gegen die Herrschaft der Engländer aufrief.

Bis1904 hatte sich Sri Aurobindo nicht mit Yoga befasst. Dann begann er mit Hatha-Yoga (fünf bis sechs Stunden täglich). Bei der Suche nach weiterer Führung traf er im Dezember 1907 auf den Guru Vishnu Bhashar Lele aus Maharashtra. Er gab ihm die Aufgabe: mach deinen Geist „leer". Sri Aurobindos späterer Bericht dazu in "Über sich selbst" (05. August 1932):

“Setz dich hin“, wurde mir gesagt, „beobachte, und du wirst sehen, dass deine Gedanken von außen her in dich eintreten. Ehe sie aber eintreten können, schlage sie zurück“. - Ich setzte mich hin, beobachtete und sah zu meinem Erstaunen, dass es sich so verhielt. Konkret sah und fühlte ich den sich annähernden Gedanken, wie er durch den Kopf von oben her eintrat, und ich war konkret in der Lage, ihn zurück zu stoßen, ehe er eintrat, in drei Tagen, genauer in einem, war mein Geist erfüllt von einer ewigen Stille. Sie ist immer noch da. 

Seit diesem Augenblick wurde mein mentales Wesen eine freie Intelligenz, ein universaler Geist, nicht mehr eingeschlossen in den engeren Kreis persönlichen Denkens wie ein Arbeiter in eine Gedankenfabrik, sondern nun Erkenntnis empfangend aus all den hundert Bereichen des Seins und frei, in diesem weiten Imperium des Schauens und Denkens das Gewollte zu wählen.“

Eine von Terroristen am 30. April 1908 in Muzzafarpur geworfene Bombe, die auf den District-Magistrat gezielt war, tötete zwei unbeteiligte Frauen, worauf Sri Aurobindo am 4. Mai verhaftet wurde und ins Gefängnis von Alipar kam. Damit endete seine politische Laufbahn. In dem nun folgenden Jahr der Untersuchungshaft (unter unmenschlichen Bedingungen) wandelten sich Sri Aurobindos Einsichten in das, was seine Aufgabe sei - auch unter dem Eindruck von Visionen - grundsätzlich. - Am 6. Mai 1909 wurde er freigesprochen.
 

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