2.4     Stationen meiner Beschäftigung mit Yoga und Evolution

Mein Interesse an den „großen Fragen“ der Menschheit erwachte 1955, als ich 14 Jahre alt war. Ich begann esoterische und philosophische Literatur zu lesen, nahm Hatha-Yoga-Unterricht und übte täglich mindestens zwei Stunden. Als Ergebnis stellten sich in den Jahren 1955 bis 1958 tiefgreifende Visionen und Erfahrungen ein, die mir zeigten, dass es mehr als nur die materielle Welt gibt. Ich erfuhr den grundlegenden Unterschied zwischen der menschlichen Liebe und dem Bewusstsein der Liebe auf der spirituellen Ebene. „Out of body“ - Erlebnisse, damals noch „außerkörperliche Erfahrungen“ genannt, zeigten mir, dass mein Bewusstsein auch außerhalb meines Körpers vorhanden war. Erst Jahre später las ich Bücher über dieses Thema.

Von meinem Yogalehrer darauf hingewiesen, dass eine Läuterung des Egos (in klassischer Yogaweise) erforderlich sei, um auf dem Weg keinen Schaden zu erleiden und um weiter voran zu kommen, entschied ich mich 1958 für den Abbruch dieses Weges. Ich widmete mich nun ganz dem „Außen“, wurde Diplom-Bauingenieur und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wasserbau-Institut der TU-Berlin.

Ende der 60ziger Jahre begann ich erneut philosophische Literatur zu lesen. Eine Wende brachte das Buch von Satprem „Sri Aurobindo – oder das Abenteuer des Bewusstseins“. Nachdem ich etwa 20 Seiten gelesen hatte, wusste ich intuitiv und mit völliger Sicherheit: „Das ist es!“.

1971 erlebte ich die sog. Kundalinikraft, wie sie in einer stetigen Wellenbewegung vom Sacrum beginnend die Wirbelsäule aufstieg und sich über dem Kopf entfaltete, worauf ich „eins mit allem war“.

Im Oktober 1972 hatte ich dann das entscheidende Schlüsselerlebnis (siehe Kapitel 3.3.3), das mir die Bedeutung des Erfahrbaren Atems für die Evolution des Menschen enthüllte und mir einen „neuen Atem“ und „neuen Körper“ zeigte. Ich nahm daraufhin an der Atemausbildung unter Leitung von Ilse Middendorf im Berliner Institut teil.

Zahlreiche Aufenthalte in den Jahren 1976 bis 1988 in Pondicherry machten mich zwar mit dem Werk Sri Aurobindos und Der Mutter und ihren Zielen vertrauter, die entscheidenden Informationen nach dem wie lieferte mir jedoch erst Mutters Agenda. Erst durch sie wurden meine langjährigen intuitiven Ahnungen, dass das neue Bewusstsein durch den Körper (und nur durch ihn) in diese unsere Welt gebracht werden muss, bestätigt.

Obwohl anfangs skeptisch – „wozu Gurus aus dem Osten?“ – wuchs das Interesse Ilse Middendorfs an diesem Thema infolge meiner intensiven Beschäftigung damit und den daraus sich ergebenden Gespräche. Inzwischen ist sie es, die von den mir bekannten Menschen am intensivsten an diesem Thema praktisch arbeitet und wir stehen in einem ständigen diesbezüglichen Kontakt, um uns über Erfahrungen und intuitive Erkenntnisse auszutauschen.

Die vorliegende Veröffentlichung - eine Zusammenfassung meiner 30-jährigen Beschäftigung mit diesem Thema - schrieb ich im Mai 2001 in der Einsamkeit griechischer Wälder und den Gestaden der Sithonia (den Athos vor Augen).


 

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