die nicht unähnlich von der war, die die Atemdruckwelle des normalen Atems im Körper verursacht. Während die erste dieser "Atemwellen" etwa im Beckenbereich angekommen war, trat die nächste im Kopfbereich ein, so dass etwa zwei bis drei Wellen gleichzeitig den Körper durchliefen.

Ich fand diesen „anderen“ Atem so natürlich, dass mir während des Erlebnisses selbst gar nicht bewusst wurde, dass es sich um einen ganz anderen Atem, als den Gewohnten handelte. Es war mir klar, dass dieser Atem den Körper "nährte". Dies alles war so selbstverständlich, dass ich mich Phänomenen zuwandte, die mir im Gegensatz dazu ungewöhnlich erschienen. 

Zuerst war da die Empfindung, der Körper sei in eine "höhere Schwingung" geraten. Die Tatsache, dass der Körper, d.h. die Zellen des Körpers "schwingen", wurde mir erst dadurch bewusst, dass die Zellen nun "schneller" schwangen als vorher. Nicht sehr viel schneller, aber doch deutlich wahrnehmbar "höher". Es ist aber keine Schwingung, die etwas mit der „Braunschen Molekularbewegung“ zu tun hat. Es war eine "Schwingung", die ich gleichzeitig als unbewegt empfand. Ein Widerspruch, den das Mental nicht überbrücken kann.

Ich fühlte mich insgesamt viel leichter. Der Einfluss der Schwerkraft schien verschwunden zu sein. Ich betrachtete meinen Körper (bei geschlossenen Augen) und nahm wahr, dass ich in ihn hinein sehen konnte. Je nachdem, wo ich mich sammelte, sah ich Organe, Zellen, Systeme. Zwar verlagerte ich das Zentrum meiner Sammlung ständig, doch sah ich alles auch gleichzeitig und mein Blick für das "Ganze" wurde dadurch nicht gemindert. Ich genoss diese Fähigkeit und freute mich darüber. 
 
 

Alles war sehr ruhig, friedvoll und ich war mir gleichzeitig meiner universellen Ausdehnung bewusst, während ich mir meinen Körper von innen ansah. Der Eindruck war sehr realistisch, so als würde ich ihn mit meinen physischen Augen betrachten - ja mehr als realistisch, da ich alles sowohl als Ganzes, wie im Detail gleichzeitig und scharf sah, was mich die körperliche Materie als „überrealistisch“ wahrnehmen ließ.

Während der gesamten Zeit, war ich mir bewusst, dass es sich um ein ganz ungewöhnliches Erlebnis handelte. Andererseits schien mir alles sehr selbstverständlich. Kein "ah und oh", kein Erstaunen, keine Frage. Vielleicht war dies der Grund, dass es etwa zwei Minuten anhielt - eine lange Zeit, wenn die Zeit nicht mehr existiert. In meinem subjektiven Bewusstsein war ich etwa zwanzig Minuten in diesem Zustand. Als ich wieder in mein normales Bewusstsein zurückfiel, wusste ich, dass ich damit die Aufgabe erhalten hatte, mich dem Erfahrbaren Atem zuzuwenden, wobei mir bewusst wurde, dass ich das Ziel eines Weges wahrgenommen hatte, nicht aber den Weg selbst.

In seinem Buch "Savitri" spricht Sri Aurobindo von einem neuen Atem: "Und du sollst ihnen die verborgenen Ewigkeiten offenbaren, den Atem der Unendlichkeiten, der noch nie geoffenbart ward,..“ 

Später fand ich, was das „Sehen“ betrifft eine Aussage Der Mutter vom 1. Dezember 1971 die mich stark an meine Erfahrung erinnert:„Was das Sehen betrifft: ich sehe deutlicher mit geschlossenen Augen als mit offenen Augen, und es ist die gleiche Sicht, rein physisch. Aber ein Physisches, das... vollständiger erscheint."

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