Ende März 1910 erhielt er die vertrauliche Nachricht, dass die Regierung beabsichtige, ihn erneut zu verhaften. Er floh daraufhin, einer inneren Stimme und Weisung gehorchend, nach Pondicherry, das damals von den Franzosen besetzt war. Dort traf er am 4. April 1910 ein. Er hatte wenige Schüler und die äußeren Bedingungen waren hart, unter denen er sein Werk begann.

Am 29. März 1914 traf Mirra Alfassa zum ersten mal Sri Aurobindo. Sie hatte nicht nach ihm gesucht, erkannte ihn aber sofort als jene Person, die ihr in Meditationen oft erschienen war.

Am 5. Dezember 1950 verließ Sri Aurobindo seinen Körper, um, wie er zur Mutter sagte, „von der anderen Seite besser helfen zu können“.

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Die Mutter: Mirra Alfassa, ab 1926 „Die Mutter“ genannt, wurde am 

21. Februar 1878 in Paris geboren. Ihre Familie war wohlhabend und sie erhielt eine gründliche Ausbildung in Musik, Malerei und höherer Mathematik. Sie war eine Schülerin des Malers Gustav Moreau und kannte die meisten der großen Künstler des damals modernen Impressionismus.

Bereits in ihren Kinder- und Jugendjahren war sich Mirra Alfassa ihrer göttlichen Herkunft bewusst. Max Theón, eine Persönlichkeit mit umfangreichen Kenntnissen und Fähigkeiten auf okkulter Ebene, konnte ihr als erster eine zusammenhängende Erklärung ihrer zahlreichen inneren Erfahrungen seit ihrer Kindheit geben.

Eine Reise nach Indien führte sie am 29. März 1914 das erste Mal mit Sri Aurobindo zusammen. Nach einem Aufenthalt in Japan 
   

kehrte sie 1920 endgültig nach Pondicherry zurück.

Als sich Sri Aurobindo 1926 für den Rest seines Lebens, zwecks konkreter Arbeit am Yoga in sein Zimmer zurück zog, übergab er Mirra Alfassa die Leitung des Ashrams, nannte sie ab diesem Zeitpunkt „Die Mutter“ und veröffentlichte das Buch „Die Mutter“.

Als Sri Aurobindo 1950 seinen Körper verließ, übertrugen sich wesentliche Fähigkeiten und Bewusstseinskräfte in Die Mutter.  Sie berichtete Satprem am 20. Dezember 1972 darüber: 

„Er hatte in seinem Körper eine große Menge supramentaler Kraft angesammelt, und sobald er ging... Siehst du, er lag auf seinem Bett, ich stand an seiner Seite, und auf eine Weise, die 

vollständig konkret war - konkret verbunden mit solch starker Empfindung, dass man meinen konnte, es wäre sichtbar - kam  alle supramentale Kraft, die in seinem Körper war, in meinen. Und ich fühlte die Reibung des Übertritts. Es war außerordentlich - außerordentlich. Es war eine außerordentliche Erfahrung. Für lange Zeit, lange Zeit war es so (Geste, die den Übertritt der Kraft in den Körper der Mutter anzeigt). Ich stand neben seinem Bett, und es dauerte an. Beinahe eine Empfindung - es war eine materielle Empfindung. Lange Zeit. Das ist alles, was ich weiß.“

Sie begann nach einem Weg zu suchen, wie das von Sri Aurobindo geschaute supramentale Bewusstsein verwirklicht werden könnte. Schon bald begann sich abzuzeichnen, dass die Arbeit am, mit und durch den physischen Körper beginnen müsse und nicht, wie Sri Aurobindo vermutet hatte, durch die Entwicklung des höheren Mentales und des seelischen Wesens.
 

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